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Ken Dufford im Interview mit der Zeitschrift ‘Logistik für Unternehmen’

Ken Dufford ist seit knapp einem Jahr Geschäftsführer European Operations der Crown Gabelstapler GmbH & Co. KG. Logistik für Unternehmen sprach mit dem gebürtigen Amerikaner in der Europazentrale des Staplerherstellers in München über Innovationen, die Auswirkungen der Krise in den USA, Crowns Wachstum in Deutschland und den neuen Schubmaststapler ESR 5000, der im Oktober auf den Markt kommt.

LfU:  Auf der CeMAT wurden bei den Flurförderzeug-Herstellern hauptsächlich Neuheiten aus dem Bereich Energieeffizienz, alternative Antriebskonzepte und Ergonomie gezeigt. Was sind die Trends derzeit in den USA?
Ken Dufford: Man sagt immer, dass die Amerikaner nicht energieeffizient arbeiten. Aber in den letzten zwei bis drei Jahren hat sich das Meinungsbild deutlich gewandelt und Amerika hat in der Entwicklung energieeffizienter Technologien aufgeholt. Crown hat schon länger auf Energieeffizienz geachtet. Das zeigt z.B. unser Schubmaststapler 4500, den wir 2004 auf den Markt gebracht haben. Damals haben wir ihn mit vielen Geräten der gleichen Klasse unserer Hauptwettbewerber verglichen und waren in puncto Energieeffizienz im Schnitt deutlich besser als die Mitbewerber.
Um Ihren nächsten Punkt alternative Antriebskonzepte aufzugreifen: Hier investiert unsere Industrie zurzeit viel Geld in die Entwicklung neuer Systeme. Wir haben uns auch auf diesem Feld engagiert und früh Crown-Geräte mit Brennstoffzellen-Prototypen bei Kunden im Alltagseinsatz getestet. Derzeit arbeiten wir in einem vom Staat Ohio mit 1 Mio. Dollar geförderten Forschungsprojekt weiter an der Entwicklung von Antriebskonzepten mit Brennstoffzellen. Dabei sieht es so aus, dass die Brennstoffzelle im Industrie-Einsatz wahrscheinlich die schnellste Lösung unter den alternativen Antriebskonzepten darstellt. Die größte Herausforderung wird jedoch die Vermarktung sein. Doch hier sehe ich in Amerika mit seinen großen Lagern im 24/7-Betrieb einen Vorteil, da die Staplerflotten hier oft größer sind als in Europa. Dadurch rechnet sich die Investition zum Betrieb einer eigenen Wasserstoffproduktion vor Ort schneller.
Zu Ihrem letzten Punkt Ergonomie: Das definiert jeder Hersteller anders, aber bei Crown hat das Thema schon immer eine sehr hohe Priorität eingenommen. Crown war in unserer Industrie z.B. einer der, wenn nicht der erste Hersteller einer multifunktionalen Steuereinheit. Viele unserer Ideen fußen auf Ergonomiekonzepten und wie sich das Produkt im Einsatz bei den Kunden bewährt. Dass wir dabei erfolgreich sind, zeigen zahlreiche Design-Auszeichnungen, die diverse Produkte von Crown in den letzten 40 Jahre erhalten haben.

LfU: Wie schafft Crown es immer wieder, Innovationen im Bereich der Ergonomie zu entwickeln?
Ken Dufford: Innovationen können sich vielschichtig darstellen: In Produkten oder in Dienstleistungen. Wenn man über Innovationen spricht, denken die meisten sofort an Hightech, aber das muss nicht immer sein. Während elektronische Innovationen, die Produktivität steigern und die Ausfallzeiten reduzieren, haben ergonomische Innovationen eine bessere Bedienbarkeit zum Ziel. Durch diese Verbesserungen lassen sich die Kosten des Betreibers ebenfalls reduzieren.
Crown verbessert seine Produkte kontinuierlich und steht dabei in engem Kontakt zum Markt und zu den Kunden. Dabei stellen wir uns nicht nur die Frage, wie eine Innovation beim Kunden Kosten verringern könnte, sondern welche Innovationen einen gesamtheitlichen Nutzen herbeiführen. Um diese Fragen zu beantworten, verbringen unsere Designer und Entwickler viel Zeit bei verschiedenen Kunden vor Ort und analysieren, wie die eingesetzten Geräte verbessert werden können und suchen nach neuen Ideen, mit denen der Kunde seine Leistung noch steigern kann.
Dabei kann Crown durch seine vertikale Aufstellung im Gegensatz zu anderen Herstellern diese Ideen aufnehmen und selbst realisieren. Wenn man alle Komponenten von einem Lieferanten dazukauft, ist man abhängig von dessen innovativem Leistungsvermögen und davon was er aus dem Produkt macht. Wir können viele Komponenten selbst entwickeln, testen und wenn nötig neu überdenken, da wir die Komponenten auch selbst produzieren. Durch unsere vertikale Integration und die hohe Fertigungstiefe können wir die Kosten besser kontrollieren – eher als wenn wir die Einkaufspreise ganzer Systeme mit einem Zulieferer verhandeln müssten. So können wir zu einer ganzen Reihe von Zulieferern von Einzelkomponenten gehen und verschiedenste Teile sowie Rohmaterial zukaufen. Aber das wichtigste dabei ist, dass wir den Prozess kontrollieren und dadurch effizienter produzieren können.

LfU: Einige Hersteller halten den Einsatz von elektronischen Systemen im Stapler bewusst gering. Wie steht Crown dazu?
Ken Dufford: Wir scheuen vor elektronischen Entwicklungen nicht zurück, setzen elektronische Systeme jedoch nur dort ein, wo sie dem Kunden nutzen. Dabei stellen wir eine Vielzahl der benutzten Elektronik auch selbst her.
Wir haben eine integrierte Systemsteuerung mit dem Namen Access 1 2 3™ entwickelt, die ein Feintuning der Leistungsmerkmale unserer neu entwickelten Geräte ermöglicht. Darüber hinaus zeigt uns das System wichtige Informationen an, z. B. wenn eine Wartung ansteht oder wo genau im Gerät eine Komponente fehlerhaft ist. All diese Dinge helfen unseren Kunden, ihre Betriebskosten mit unseren Geräten zu reduzieren. Zuverlässigkeit ist ein wichtiger Punkt unserer Management-Strategie.

LfU: Inwieweit wirkt sich der niedrige Dollarkurs für Crown bzw. die Kunden in Europa aus?
Ken Dufford: Wenn man den Dollar-Kurs isoliert betrachtet, dann sieht der momentane Kurs für den Export von amerikanischen Produkten nach Europa sehr attraktiv aus. Aber Crown ist ein weltweit agierendes Unternehmen mit Produktionsstandorten in den USA, aber auch in der Eurozone. Daher sind wir in einer ausgeglichenen Situation was Wechselkurse angeht. Natürlich beobachten wir die Kurse, aber die Effekte sind viel geringer, als noch vor 30 Jahren – als wir noch nicht in Europa produziert haben.

LfU: Wie ist das letzte Geschäftsjahr für Crown in den USA und in Europa gelaufen?
Ken Dufford: In Europa und in Deutschland liefen die Geschäfte relativ gut und wir sind sicher, dass wir unsere Ziele auch für dieses Jahr erreichen. Die Kernmärkte Westeuropas sind zwar etwas enger geworden. Das bedeutet aber nicht automatisch, dass die Märkte schlechter laufen – jedoch sind die Kunden in ihren Entscheidungen zögerlicher geworden und warten länger ab.
Die osteuropäischen Märkte haben ihren Boom fortgesetzt. Wenn es also in Europa eine Art Abschwung gegeben hat, dann ist dieser bisher gering ausgefallen und wurde vom Boom in Osteuropa mehr als ausgeglichen.
Der amerikanische Markt ist 2007 ziemlich eingebrochen. Er ist im Schnitt um 12 % gesunken. Wenn man alle Nebeneffekte mit einbezieht, dann sind es dieses Jahr noch mal 5 % mehr. Crown hat seine Ziele jedoch erreicht und das Geschäftsjahr zum 31. März sehr zufrieden abgeschlossen. Der Umsatz betrug 1,83 Mrd. Dollar, und der Teil der in Europa erwirtschaftet wurde, war auch zufriedenstellend. Weltweit beschäftigt Crown 8 300 Mitarbeiter, davon etwa 1 000 in Europa.

LfU: Crown hat in den letzten Jahren sein Direktvertriebsnetz in Deutschland ausgebaut. Wie sieht die weitere Standortplanung in Europa aus?
Ken Dufford: Momentan haben wir sieben eigene Niederlassungen in Deutschland, davon sind vier in den letzten 24 Monaten vergrößert worden. Unsere näheren Pläne sehen noch eine weitere Filiale in Nord- und eine in Süddeutschland vor.
Neben Deutschland haben wir Niederlassungen in Belgien, den Niederlanden und in Großbritannien. In München haben wir unsere regionalen Zentren für Europa, Osteuropa und auch den Mittleren Osten, Afrika und Indien. Darüber hinaus haben wir unabhängige Händler in 55 anderen Ländern mit etwa 200 Büros, die von diesen 55 Ländern aus gesteuert werden. In Osteuropa sind wir auch fast überall vertreten.

LfU: Und wie entwickelt sich der Produktionsstandort Roding?
Ken Dufford: Wir sind sehr zufrieden mit der Produktion in Roding. Hier werden Deichselstapler, Niederhubkommissionierer und Schubmaststapler produziert. Für uns hat es einen großen Vorteil, wenn wir sagen können, dass etwas „made in Germany“ ist. Wir haben unsere Produktion dort allein in den letzten vier bis fünf Jahren verdoppelt. 2006 feierte das Werk sein 20-jähriges Bestehen.

LfU: Welche Produktneuheiten dürfen wir in nächster Zukunft von Crown erwarten?

Ken Dufford: 2008 haben wir unseren neuen Dreirad-Fahrerstand-Gegengewichtsstapler RC 5500 präsentiert, der kürzlich von der britischen Fork Lift Truck Association in der Kategorie Ergonomie ausgezeichnet wurde. Dabei wurde unsere neue Fahrerstand-Aufhängung, Flex-Ride“ hervorgehoben, die Stöße durch Bodenunebenheiten abfängt. Diese eigentlich primär für den amerikanischen Markt entwickelte Serie ist eine Art Hybridstapler, da er eine Mischung aus Gegengewichts- und Schubmaststapler ist. Er kann in schmäleren Gängen arbeiten als die traditionellen Gegengewichtsstapler mit Fahrersitz. Gleichzeitig kann er in einem Gang ähnlich arbeiten wie ein Schubmaststapler, hat aber größere Räder und zwei Frontantriebsmotoren und ist somit auch auf Rampen gut einsetzbar. Der amerikanische Markt bevorzugt Geräte, auf denen der Fahrer steht – anstatt zu sitzen. Somit kann der Staplerfahrer das Gerät schnell betreten und verlassen.
Eine wichtige Neuvorstellung für den europäischen Markt wird der neue Schubmaststapler ESR 5000 sein, den wir in Roding produzieren. Allerdings darf ich Ihnen noch nicht alles verraten, da das Gerät erst im Oktober vorgestellt wird. Nur soviel: Eines der Highlights an dem neuen Stapler wird die Fahrerkabine sein, die dem Fahrer einen noch nie da gewesenen Komfort bieten wird.

LfU: Vielen Dank für das Gespräch und weiterhin viel Erfolg.
Ken Dufford: Vielen Dank für Ihr Interesse und ein interessantes Gespräch.

 

Crown Ken Dufford InterviewCrown Ken Dufford RC 5500

 

Über Crown
Die Crown Equipment Corporation ist einer der weltweit größten Hersteller von Gabelstaplern. Seit den 50er Jahren produziert Crown Lösungen für einen effizienten Materialfluss. Die vielfach mit Industriepreisen ausgezeichneten Crown Produkte sind vom kleinsten Hubwagen bis zum größten Hochregalstapler bis ins Detail auf die Bedürfnisse der Anwender abgestimmt. Sie bieten dem Kunden mit anspruchsvollem Design, technischen Innovationen und der besonderen Qualität im Fertigungsverfahren hohe Zuverlässigkeit und Produktivität.

Crowns einzigartiges Unternehmensmodell, mit dem höchsten Niveau vertikaler Integration in der Branche, ermöglicht eine optimale Kontrolle über Entwicklung, Fertigung und Kundenservice. Bis zu 85 Prozent der Baugruppen werden von Crown in spezialisierten Werken entwickelt und gefertigt. Crown hat sich dazu verpflichtet, seinen Kunden überdurchschnittlichen Mehrwert zu bieten und hierdurch deren Total Cost of Ownership zu reduzieren.

Die Crown Equipment Corporation ist ein Unternehmen im Familienbesitz mit Zentralen in den USA, Australien und Deutschland. Crown verfügt heute über ein globales Vertriebs- und Servicenetz mit über 70 firmeneigenen Niederlassungen sowie über 300 eigenständigen Händler-Standorten.

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Crown Gabelstapler GmbH & Co. KG
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E-Mail: joern.erdmann@crown.com
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Deutschland
Thomas Stahlschmidt
ORCA an der Isar
Tel.: +49 (0)89 716 77 40 50
E-Mail: thomas.stahlschmidt@orca-isar.de
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